
40 Jahre Gold, Geduld und große Kunst
Wo Handwerk sichtbar wird: In der Goldschmiede E. Schenk in Saalfeld kann man erleben, wie aus Edelmetall und guten Ideen einzigartige Schmuckstücke entstehen.
Am 07.11.1985 ist es genau 40 Jahre her, das Ekkehart Schenk die Fa. Goldschmiede E. Schenk in Saalfeld gegründet hat.
In der Schauwerkstatt in der Blankenburger Str.2, gleich neben der Johanneskirche trifft jahrhundertealtes Goldschmiedehandwerk auf moderne Technik – präzise, kreativ, lebendig. Seit vier Jahrzehnten ist Ekkehart Schenk in Saalfeld mit ganzem Herzen Goldschmiedemeister und Restaurator – und ein Bewahrer von Kultur und Formgefühl.
Im marcus® Interview:
Sie feiern in diesem Jahr 40 Jahre am Standort Saalfeld. Was bedeutet dieser Ort für Sie?
Als gebürtiger Erfurter ist Saalfeld natürlich längst zu meiner Heimat und meinem Lebensmittelpunkt geworden. Hier wohnt ein Teil meiner Familie und hier habe ich meine Werkstatt 1985 in der Köditzgasse 3 eröffnet. Durch die Verbundenheit mit der Stadt sind viele Schmuckstücke mit Stadtmotiven entstanden.
Ihr Name ist nicht nur regional bekannt – Sie haben u. a. Repliken für den Erfurter Schatz gefertigt. Wie kam es dazu?
Das war ein sehr bedeutender Moment. Der Erfurter Schatz war ein spektakulärer Fund – Gold- und Silberschmiedearbeiten aus dem 14. Jahrhundert. Ich war an en Arbeiten durch die Herstellung von Repliken beteiligt, Dabei ging es nicht nur um handwerkliches Können, sondern auch um ein tiefes Verständnis für historische Materialien und alte Arbeitstechniken. Da wird unser Handwerk sehr greifbar – technisch, künstlerisch, kulturell.
Was fasziniert Sie an alten Techniken besonders?
Wenn man verstanden hat wie man mit einfachen natürlichen Materialien und Hitze chemische Prozesse steuert wie zum Beispiel Granulation – das ist eine Technik, bei der auf einem Schmuckstück winzigste Silberkügelchen kunstvoll arrangiert und auf die Oberfläche, ohne zusätzliches Lot, aufgeschmolzen werden. Ich konnte so etwas bei der Rekonstruktion slawischen Ohrschmucks, nach Gräberfunden aus dem 10. oder 11. Jahrhundert bei Oberwellenborn, anwenden.

Das sind alte Techniken neu erlebt. Man spürt: Unser Handwerk ist uralt, aber lebendig.
Und dennoch: Ihre Werkstatt ist hochmodern ausgestattet …
Natürlich! Mikroskope, Laser, CAD – das gehört heute dazu. Die Herausforderung besteht darin, das Alte nicht zu verlieren, sondern es mit dem Neuen zu kombinieren. Wir fertigen Unikate mit einer Präzision, die früher undenkbar war – und bleiben doch unseren Grundwerten treu: Fantasie, Geduld, Können, und dem Respekt vor dem Material.
Apropos Werte – Sie bieten auch Trauringe mit Handlinienabdruck an. Wie kam es zu dieser Idee?
Es begann mit einem Paar, das etwas wirklich Persönliches wollte. Wir haben die Handlinienabdrücke der Partner abgeformt in Metall gegossen und in die Ringe eingepasst – einzigartig wie die Liebe. Das Schöne ist: Kein Abdruck ist wie der andere. . Und damit wird auch jeder Ring ein echtes Unikat. Unser Angebot an Trauringen umfasst viele verschiede Ringe aus verschiedenen Materialkombinationen wie Gold, Platin, Silber, Stahl, Karbon oder Holz.
Was zeichnet Ihre Werkstatt noch aus?
Neben Schmuck und Trauringen fertigen wir auch Vereinsabzeichen, Stadtwappen, figürliche Darstellungen – Einzelstücke oder Kleinserien. Und wir restaurieren antiken Schmuck, sakrale Gegenstände, Buchbeschläge. Dabei geht es immer um das Bewahren von Geschichte – oder das Erzählen einer neuen.
Was hat sich seit der Wende verändert?
Alles – und nichts. Nach der Wende gab es einen riesigen Nachholbedarf. Wir konnten Gold –Material frei kaufen ohne Limitierte Kontingente. Und endlich Schmuck anfertigen ohne Einschränkungen. Gleichzeitig kamen neue Techniken, Materialien, neue Ansprüche. Aber das Fundament blieb: Qualität, Handarbeit, Authentizität, Persönlichkeit.
Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Handwerks?
Ich bin optimistisch. Gerade weil die Welt so schnell ist, wächst die Sehnsucht nach dem Individuellen. Handgefertigter Schmuck ist Ausdruck von Persönlichkeit– das ist heute mehr wert denn je. Und wenn wir unser Wissen weitergeben, bleibt das auch so.
Und tun Sie das – Ihr Wissen weitergeben?
Unbedingt. Ich habe in den vergangenen Jahren regelmäßig Goldschmiede/ innen Ausgebildet, die teilweise heute selber selbständig sind. Ich sprach auf Tagungen. Als ehemaliger Landesinnungsobermeister liegt mir die Nachwuchsförderung sehr am Herzen. Unser Handwerk braucht junge Köpfe mit Leidenschaft – und erfahrene ältere Hände, die ihnen zeigen, wie’s geht.
Letzte Frage: Was machen Sie, wenn Sie mal nicht Goldschmied sind?
Dann werden meine Frau und ich die frei freie Zeit genießen, mit Freunden Musik machen – und da sind noch sechs Enkelkinder, auf die wir sehr stolz sind, und die bringen neuen Glanz in unser Leben – ganz ohne Politur.
Vielen Dank, Herr Schenk.
Outro
Ekkehart Schenk ist nicht nur ein Meister seines Fachs – er ist ein Brückenbauer zwischen Jahrhunderten, zwischen Präzision und Gefühl, zwischen Handwerk und Kunst. In seiner Saalfelder Goldschmiede entstehen Schmuckstücke, die weit über ihren materiellen Wert hinausgehen. Sie sind Ausdruck von Geschichte, Persönlichkeit und Hingabe. Und sie erzählen: Hier arbeitet jemand, der mit ganzem Herzen dabei ist – und dessen Feuer noch lange nicht erloschen ist.
Zum 40-jährigen Werkstattjubiläum richtet Ekkehart Schenk einen besonderen Dank an all jene, die diesen Weg mit ihm gegangen sind: an seine treuen Kundinnen und Kunden, die ihm über Jahrzehnte hinweg ihr Vertrauen geschenkt haben – oft über Generationen hinweg.
Und ganz besonders dankt er seiner Frau Heike, die ihm in all den Jahren den Rücken gestärkt und freigehalten hat – in guten wie in herausfordernden Zeiten – sowie seinem engagierten Team Simon Herm und Florian Gernhardt , ohne deren handwerkliche Sorgfalt und tägliche Hingabe viele besondere Stücke nicht möglich gewesen wären.
„Ohne dieses Miteinander wäre vieles nicht entstanden – und vieles nicht geblieben.“
Vor etwa 11 Jahren habe ich dieses Stück während der Weiterbildung zum Restaurator, in einem Emaille-Lehrgang bei der Frau Angelika Simon-Rössler angefertigt: Silberblech 1,5 mm stark, nach Zeichnung ausgesägt ...hat damals schon viel Spass gemacht..
Weiterlesen: Transparente Emaillearbeit Schmetterlingsflügel
Mehr oder weniger erging es mir so mit der Rekonstruktion der vier Emailscheiben – mit dem Vorteil, dass es zu „diesem Rezept“ Literatur und weiterführende Informationen gab.
Weiterlesen: Rekonstruktion der 4 Emailscheiben des Doppelkopfbechers aus dem Erfurter Schatz
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Wir versenden auch gern Schmuckstücke und Uhren, die sie bei uns im Schaufenster entdeckt haben.
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